Es war nicht unsere erste Reise nach Indonesien und eins steht fest – es war mit Sicherheit nicht die Letzte!
Schon beim Bali Trip im vergangenen Jahr haben wir unser Herz an die liebevollen Indonesier verloren und waren überwältigt von deren Gastfreundschaft und grossen Interesse an unserer Tochter. Mittlerweilen ist sie 2 Jahre alt und natürlich sollte sie uns auch wieder begleiten. Zugegeben, es gibt nähere Reiseziele, doch da wir bis anhin nur gute Reiseerfahrungen mit ihr gemacht haben, nahmen wir die Planung für Nord-Sulawesi in Angriff und haben es keine Sekunde bedauert!

Unsere Mitarbeiterin Jessi berichtet im Folgenden von ihren letzten Ferien in der weiten Ferne.

Überblick Sulawesi

tau-nord-sulawesi-landschaft2Sulawesi, eine riesige Insel mit 189‘000km² und einer Küstenlänge von rund 6100km ist in vier Provinzen unterteilt: Ost-, Zentral-, Süd- und Nord-Sulawesi. Der nördliche Teil von Sulawesi beträgt rund 25‘000 km². Der Festlandteil ist 500km lang und nur 60km breit.

11 Vulkane befinden sich in diesem Gebiet und alle 3-5 Jahre verzeichnet einer davon einen kleinen Ausbruch.

Ankunft im Lembeh Resort

2010 DEMANach knapp 20 Flugstunden, 100 Auto- und Bootsminuten treffen wir müde aber glücklich am Jetty vom Lembeh Resort ein.
Inmitten der üppigen Vegetation entdecken wir am Berghang einzelne Bungalows und werden von der Crew herzlich empfangen. Unser Gepäck wird uns abgenommen und Ana, die Resort Managerin, führt uns zu unserem grossen Bungalow mit atemberaubenden Blick über die Lembeh Strait. Da wir unsere Personalien und Präferenzen bereits bei der Buchung ans Resort übermittelt haben, entfällt das klassische Check-In.

Nach der ersten Erfrischung besucht uns Lauren, die Dive Center Managerin, auf unserer Terrasse. Sie erläutert den Tauchbetrieb und hinterlässt uns die „Registration Forms“. Diese füllen wir später aus und deponieren sie in der Tauchbasis „Critteres@Lembeh“.
Nach einer Abkühlung im Pool und leckerem Abendessen fallen wir alle drei voller Vorfreude ins Bett.
Wir sind gespannt auf den nächsten Morgen, haben wir doch im Vorfeld schon viel über die skurrile Unterwasserwelt der Lembeh Strait gelesen.

Was die Lembeh Strait so einzigartig macht

tau-nord-sulawesi-unterwasser1Lembeh ist eine kleine Insel vor der Küste von Nord-Sulawesi, welche durch eine Wassertrasse vom Bezirk Minahasa getrennt wird. Es ist das Widersprüchliche an der über 100m tiefen, 19km langen und maximal 4km breiten Lembeh Strait, was sie so faszinierend macht.

Grossteile der Unterwasserlandschaften sind von weiten Flächen des allgegenwärtigen Lavasandes bedeckt. Kahl, trostlos und dennoch voller Leben! Manche Areale sehen aus wie Uferzonen eines veralgten Bergsees, in den trüben Gewässern auf Sand-oder Kiesel schwimmen Rotfeuerfische dazwischen. Unwirklich, atemberaubend und bizarr. Es gibt rund 300 verschiedene Nacktschneckenarten, Schaukelfische, Schlangenaale und alle Arten von Skorpion Fischen, Anglerfische, Octopusse, Pegasus Fische, wunderschöne Seepferdchen wie das Pygmäen Seepferd, die scheuen Mandarin Fische und Geisterfetzenfische verstecken sich hier ebenfalls.

Die rund 40 Tauchplätze, welche sich in der Lembeh-Strait befinden, sind vorwiegend Muck Dives mit nur geringem Korallenvorkommen. Da in der Lembeh-Strait kaum Strömung und Wellengang herrscht, bietet sie beste Voraussetzungen für Unterwasserfotografen und solche, die es werden wollen.

Inselwechsel – auf nach Gangga Island

tau-nord-sulawesi-gangaislandNach 4 unvergesslichen Tauchtagen, einem Logbuch voller Neuheiten und vielen neuen Freundschaften zieht es uns weiter in die Inselgruppe Bangka und Sangihe, den nördlichen Ausläufern von Sulawesi. Per Boot und Auto erreichen wir in knapp 2 Fahrstunden die Koralleninsel Gangga Island. Wir erspähen die malerischen, weissen Sandstrände und das Wasser ist so klar, dass wir beim Jetty schon die ersten Fische identifizieren können. Die Crew erwartet uns bereits und führt uns in die offene Lobby.

„Cella“, die stellvertretende Hotelmanagerin, serviert uns eine frisch gepflückte Kokosnuss zum Trinken und offeriert eine reichhaltige Früchteplatte. Nach dem ersten Kennenlernen wartet unser Gepäck bereits in unserem Bungalow. Davor zwei grosse Boxen, wo wir unsere Tauchausrüstung verstauen können.

Wir sitzen auf unserer Terrasse und können kaum glauben, in welch unberührter Natur wir uns befinden. Wir halten inne, als wir aus der Ferne eine Gitarre spielen hören, begleitet von einer sanften Stimme. Neugierig folgen wir den Klängen, welche uns zur grossen Poolanlage führt. Dort wird, begleitet von indonesischer Musik, der „z‘Vieri“ serviert.

Professioneller Tauchbetrieb mit Gangga Divers

tau-nord-sulawesi-unterwasser3„Gangga Divers“ bietet seinen Gästen täglich 3 Tauchgänge an, darunter auch Tagesausflüge in die Lembeh Strait oder in den Bunaken Nationalpark im Westen von Nord-Sulawesi. Im Gegensatz zur Lembeh Strait trumpft das Bangka Archipel mit einer farbenfrohen Unterwasserpracht. Die exponierten Inseln im Norden sind geprägt von einer intakten Korallenlandschaft, Steilwänden und strömungsreichen Tauchspots.

Morgens wird in der Regel ein 2-Tank-Dive angeboten und die etwas weiteren Plätze rund um die Insel Bangka werden angefahren. Die Tauchspots am Nachmittag sind meist in 5-15 Bootsminuten erreichbar.

Bei Gangga 1, vor einem kleinen, einheimischen Dorf, durften wir den schönsten Tauchgang erleben: Wir tauchten auf knapp 10 Meter ab und konnten uns bequem auf einer Sandbank niederlassen. Beinahe fassungslos blickten wir auf das Riff, welches unter der perfekten Sonneneinstrahlung in allen Farben schimmerte. Eine Sepia gesellte sich zu uns und strotzte mit einem unglaublichen Farbenspiel. Nach einigen Minuten schwamm sie weiter. Später, beim Austauchen, konnten wir den hübschen Korallengarten von oben betrachten. Hunderte von farbigen Rifffischen umrahmten die intakte Korallenpracht. Es war wunderschön!

Auf Wiedersehen

tau-nord-sulawesi-jessiNach 2 Wochen neigte sich leider unser Tauch- und Familienurlaub dem Ende zu. Es fiel uns allen nicht leicht, von den liebgewonnen Menschen Abschied zu nehmen, „unser Paradies“ zu verlassen und die Heimreise anzutreten.

Um viele Erfahrungen reicher, sowohl über als auch unter Wasser, verabschiedeten wir uns am Jetty von der Gangga Crew, winkten, bis wir sie auch mit zusammengekniffenen Augen nicht mehr sehen konnten.

Unser Fazit:
Fantastischer Mix mit skurrilen Begegnungen sowie eine farbenfrohe Unterwasserpracht, herzliche Menschen und eine unberührte Natur. Indonesien, wir kommen bestimmt schon bald wieder, vielleicht sogar nach Nord-Sulawesi…