Sie sind herzig, schauen immer freundlich und sind die Lieblinge von vielen Tauchern und Schnorchlern: Meeresschildkröten sind an vielen Riffen auf den Malediven zuhause und erfreuen Unterwasserfans immer wieder aufs Neue. Nähert man sich den Schildkröten vorsichtig und hält eine gesunde Distanz, dann lassen sie sich oft gar nicht von ihren Zuschauern stören und sind teilweise sogar neugierig. Zu Recht, denn die Gefahr kommt meist nicht von den menschlichen Besuchern am Riff sondern lauert an einer anderen Stelle: Leider finden sich um die Riffe auf Malediven viele über Bord geworfene oder verlorene Fischernetze oder Teile davon – sogenannte Geisternetze. Für viele Meeresbewohner aber vor allem für die Schildkröten eine grosse Gefahr, denn es kommt oft vor, dass sie sich darin verfangen.

Die Netze sind aus Plastik oder Nylon und die Schildkröten können sich kaum selbst davon befreien. Im Gegenteil, bei den Befreiungsversuchen verheddern sie sich meist noch mehr. Insbesondere die auf den Malediven häufig vorkommenden Olive Ridley Meeresschildkröten – auch Oliv-Bastardschildkröten genannt – werden oft schwer verletzt in solchen Netzen gefunden oder sterben sogar, wenn sich die Netzteile eng um die Flossen oder den Hals legen.

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Hilfe für die verletzte Tiere

Doch die Meeresschildkröten auf den Malediven erhalten jetzt Unterstützung: Das in England gegründete «Olive Ridley Project» setzt sich für den Schutz der  Meeresschildkröten im Indischen Ozean ein. Im Jahr 2017 hat die Organisation ein Pflegezentrum für verletzte Meeresschildkröten auf der Malediven-Insel Coco Palm Dhuni Kolhu eröffnet. In diesem Pflegezentrum können bis zu acht verletzte Tiere gleichzeitig aufgenommen werden und eine Veterinärin kümmert sich zusammen mit einem Team von Freiwilligen um die Tiere, damit sie sich erholen können und nach ihrer Genesung wieder ins Meer freigelassen werden können. Feriengäste der Insel sind willkommen, die Station zu besichtigen und bei einer Fütterung der Schildkröten dabei zu sein. Und wenn sie Glück haben, kann sogar miterlebt werden, wie eine rehabilitierte Schildkröte ins Meer entlassen wird. Dabei arbeitet die Organisation nicht nur mit Coco Palm Dhuni Kolhu zusammen, sondern erhält auch Unterstützung von den benachbarten Resort Inseln im Baa-Atoll, die ebenfalls Geisternetze einsammeln, Schildkröten daraus befreien und wenn nötig ins Pflegezentrum auf Coco Palm bringen.

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Aufklärungsarbeit vor Ort

Die Organisation hilft aber nicht nur verletzen Tieren, sondern führt auch Aufklärungsarbeit bei der lokalen Bevölkerung und den Fischern durch und organisiert Reinigungsaktionen im Meer, bei welchen Geisternetze eingesammelt und an Land entsorgt werden. Dabei werden sie von vielen Malediven-Resorts und deren Tauchbasen auf den ganzen Malediven unterstützt. Zudem helfen die Resorts auch bei der Forschung mit und halten das «Olive Ridley Projekt» über ihre Sichtungen der Schildkröten auf dem Laufenden. Doch wie kann es überhaupt sein, dass so viele Netze auf den Malediven gefunden werden, obwohl das Fischen mit Netzen im Inselstaat verboten ist? Die Netze stammen nicht zwingend direkt von den Malediven, sondern überqueren in Strömungen den Ozean, bis sie irgendwo in den Atollen landen.

Unterstützung durch OceanCare

Seit 2018 arbeitet die Schweizer Meeresschutzorganisation OceanCare mit dem Olive Ridley Project auf den Malediven zusammen. OceanCare unterstützt den Kauf von Medikamenten und die Anstellung der Veterinärin und steht der Organisation auch beratend zur Seite.

Mehr über OceanCare und die Zusammenarbeit mit Manta Reisen finden Sie hier.